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Wie setzen wir das Potenzial der personalisierten Medizin um?

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Die Umstellung auf personalisierte Behandlungen

Die klinische Praxis tritt in eine Ära der personalisierten Medizin ein, in der molekulare Erkenntnisse eine individuelle Behandlung, auf Basis des Tumorprofils eines Patienten, ermöglicht. Die Krebsbehandlung wird immer komplexer, da immer mehr Gene identifiziert werden, die zielgerichtet therapiert werden können und die Auswahl an Behandlungen stetig zunimmt. 2017 gab es mehr als 700 pharmazeutische Wirkstoffmoleküle in der späten Entwicklungsphase, bei denen es sich in 90 % aller Moleküle um zielgerichtete Therapien handelte. Um diese zunehmenden Komplexität bewältigen und das Potenzial der personalisierten Medizin verwirklichen zu können, bedarf es eines sich weiterentwickelnden Ansatzes für die klinische Diagnostik und der Entscheidungsfindung.

Erfassung klinisch relevanter molekulargenetischer Daten

Es gibt vier Hauptklassen von Genalterationen: Basensubstitutionen, Insertionen oder Deletionen, Kopienzahlvariationen und Genrekombinationen. Aber können aktuelle verfügbare diagnostische Ansätze wirklich alle Veränderungen identifizieren? Bei einzelnen Biomarkertests, die auf verbreitete diagnostischen Testmethoden wie PCR/IHC/FISH basieren sowie bei NGS-Multigen-Hotspot-Tests besteht das Risiko, dass Veränderungen des Krebsgenoms, die für die Behandlungspläne von Patienten entscheidend sein können, nicht erkannt werden.

Darüber hinaus können komplexe genetische Signaturen für unterschiedliche Tumoren, wie etwa die Tumormutationslast (TMB) und die Mikrosatelliteninstabilität (MSI), weitere wertvolle Erkenntnisse liefern, die zur Personalisierung von Behandlungsplänen beitragen. Beide genetischen Signaturen sind mit einem Ansprechen auf Immuntherapien assoziiert. TMB und MSI können nur durch ein umfassendes molekulares Profiling auf Basis eines großen Panels krebsassoziierter Gene effektiv gemessen werden.

Tumormutationslast Mikrosatelliteninstabilität Genrekombination Kopienzahlvariation InsertionDeletion Basensubstitution Komplexe genetische Signaturen für alle Tumoren MSI TMB Vier Hauptklassen der Genveränderung

Weiterentwicklung in der Tumordiagnostik und klinischen Entscheidungsfindung

Um sicherzustellen, dass Krebspatienten von den neuesten Behandlungsinnovationen profitieren können, bedarf es eines weiterentwickelten Ansatzes für die klinische Diagnostik und Entscheidungsfindung, der:

  • klinisch relevante Genveränderungen und -signaturen identifiziert
  • die klinische Entscheidungsfindung erleichtert
  • die Behandlungspläne von Patienten personalisiert

Ein umfassendes molekulares Tumorprofiling ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Patienten von innovativen Behandlungsmöglichkeiten profitieren können.

„Das S3-Leitlinie Lungenkarzinom rät nachdrücklich zu einem molekularen Profiling vor Erstlinientherapie (auch als Präzisionsmedizin bekannt)“ 18

S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0 – Februar 2018 AWMF-Registernummer: 020/007OL

„Anhand des zur Verfügung stehenden Tumorgewebes / der Tumorzellen von allen nicht kurativ behandelbaren nichtplattenepithelialen NSCLC sollen molekularpathologische Untersuchungen hinsichtlich aller therapeutisch relevanten molekularer Veränderungen (nach gegenwärtigem Stand vor Erstlinientherapie als Mindestanforderung EGFR-Mutationen in den Exonen 18-21, ALK-Fusionen und ROS1-Fusionen, BRAF V600 Mutationen) eingeleitet werden.“ 18

S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0 – Februar 2018 AWMF-Registernummer: 020/007OL

Abkürzungen

AMP - Association for Molecular Pathology, ASCO - American Society of Clinical Oncology, CAP - College of American Pathologists, FISH - Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung, IASLC - International Association for the Study of Lung Cancer, IHC - Immunhistochemie, MSI - Mikrosatelliteninstabilität, NCCN - National Comprehensive Cancer Network, NGS - Next-Generation-Sequencing, NSCLC - Non-Small Cell Lung Cancer (nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom), PCR - Polymerase-Chain-Reaction, TMB - Tumormutationslast (Tumor Mutational Burden)

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  18. S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0 – Februar 2018 AWMF-Registernummer: 020/007OL.
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